Werks-Feuerwehr-Simulator

Mit dem Werks-Feuerwehr-Simulator setzt Rondomedia nun das Genre um Feuerwehr-Simulationen fort, in dem auch schon der Flughafenfeuerwehr-Simulator erschienen ist.
Das Spiel startet der User als einfacher Feuerwehrmann, der seinen Schichtdienst auf der Feuerwache einer Werkfeuerwehr eines großen Industrieunternehmens versieht. Mit jedem Einsatz sammelt der User Punkte, wird befördert und darf somit größere Fahrzeuge und damit auch anspruchsvollere Einsätze bestreiten.

Fahrzeugpflege gehört dazu!

Zudem können in einsatzfreien Zeiten das Fahrzeug gewaschen oder repariert, sowie das Werkgelände und die Feuerwache erkundet werden. Wie im richtigen Leben steht zudem noch die Option zur Verfügung, sich auszuruhen, bis der nächste Einsatz ansteht. Das Spiel spielt man aus der Ego-Perspektive. Der größte Anteil im Spiel entfällt auf die Einsatzfahrt und Steuerung der verschiedenen Fahrzeuge und die Action-Sequenzen als Feuerwehrmann unter Atemschutz und mit Strahlrohr im Innenangriff zur Brandbekämpfung oder Personensuche.

Die Entwickler bieten verschiedene detailgetreue Einsatzfahrzeuge an: Einsatzleitwagen, Tanklöschfahrzeuge mit und ohne Dachmonitor sowie eine Drehleiter sind vorhanden. Das High-End-Gerät ist ein Turbo-Löschfahrzeug, das mit der Abluft installierter Turbinen eigenständig Großbrände bekämpfen kann. Das Spiel ist für die Betriebssysteme Windows 7, Vista und XP erstellt und benötigt mindestens 2048 MB Arbeitsspeicher.

Die Ego-Perspektive

Während die meisten am Markt verfügbaren Feuerwehrsimulationen auf den strategischen und taktischen Part der Einsatzsteuerung aus der Adlerperspektive abzielen, bietet der Werks-Feuerwehr-Simulator die Ego-Perspektive im Einsatzgeschehen der Feuerwehr an und bemüht sich, die Einsatzsituationen sowie die Fahrzeuge möglichst detailliert darzustellen.

Ein großes Novum ist die Tatsache, dass einmal das Einsatzgeschehen von Werkfeuerwehren dargestellt wird. Werkfeuerwehren werden von großen Industrieunternehmen auf dem eigenen Werkgelände vorgehalten und zeichnen sich meist durch einen hohen Ausbildungsstand sowie hochmoderne Ausrüstung aus. Zusammen mit den freiwilligen Feuerwehren und den Berufsfeuerwehren bilden Werksfeuerwehren die dritte Säule im abwehrenden Brandschutz in Deutschland. Im Spiel gehen die Szenarien nicht nur auf den Brandschutz ein, sondern bieten auch andere Szenarien, die auf einem Werkgelände tatsächlich vorkommen können, beispielsweise das Auslaufen giftiger Flüssigkeiten. In der Realität bestimmen fehlerhaft auslösende Brandmeldeanlagen und zahlreiche technische Hilfeleistungen die Einsatzroutine von Werkfeuerwehren. Brände sind eher selten.

Werks-Feuerwehr-Simulator
  • Der Alltag einer Werk-Feuerwehr
  • Viele gefährliche Missionen
  • Freigegeben für jede Altersstufe, USK 0
     
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Fazit – Licht und Schatten

Einerseits stehen insbesondere die gute Idee und andererseits die technische Ausführung im Gegensatz gegenüber. Auf der einen Seite begeistert natürlich die Spielidee. In Anbetracht der Vielzahl von verfügbaren Feuerwehrsimulationen ist es in der Tat ein abwechslungsreiches Erlebnis, in der Ego-Perspektive den Einsatzdienst einer Werksfeuerwehr zu simulieren. Es begeistert auch die teilweise Liebe zum Detail, mit der die Feuerwehrfahrzeuge und die Feuerwache gestaltet wurden. Bis hin zum dudelnden Plattenspieler sind viele Details vorgesehen.

Im absoluten Gegenteil dazu ist zwar das Werkgelände selbst sehr groß entworfen. Leider hat man den Eindruck, dass auf dem Werkgelände Totenstille herrscht – außer der herumeilenden Feuerwehr. Es ermüdet stellenweise schon ein wenig, dass rund herum im Stundentakt das halbe Werkgelände abbrennt, das aber lediglich mal ein Mitarbeiter hier und ein Gabelstapler dort zu sehen ist. Da hätte etwas mehr Entwicklungsarbeit dem Spiel gut zu Gesicht gestanden. Ebenso ist es Schade, dass zwar der Versuch unternommen wurde, das Einsatzspektrum der technischen Hilfeleistung darzustellen, leider blieb es auch hierbei bei Ansätzen.

Auf technischer Linie ist das Spiel aus grafischer Sicht leider unserer Meinung nach eine Fehlentwicklung. Selbst auf einem leistungsstarken Gamer-PC, der die geforderten Systemanforderungen um ein Vielfaches übersteigt, arbeitet die Grafik nicht ruckelfrei und führt bisweilen zum Komplettabsturz des gesamten Systems.

Ein paar unschöne Bugs:

Auch sind zahlreiche unerfreuliche Bugs enthalten. Die Fahrzeuge fahren beispielsweise durch den Gabelstapler hindurch. Insbesondere die Drehleiter bietet Röntgenfunktionen. Wenn die Drehleiter an der Dachkante im Gebäude ansteht, fährt diese einfach in das Gebäude hinein.

Der Werks-Feuerwehr-Simulator ist in jedem Fall ein netter Zeitvertreib. Es macht Spaß, eine Feuerwehrsimulation eben mal nicht auf der generalistischen Strategie-Ebene zu durchspielen. Ein gewisser Spannungsbogen bleibt durch die eingebaute Stufenregelung bestehen. Hätte Rondomedia hier etwas mehr Anspruch in die technische Umsetzung, die Systemstabilität und die grafische Abstimmung gesetzt, dann wäre am Ende möglicherweise eine richtig gute Simulation herausgekommen.

In der vorliegenden Version jedoch: Mittelfeld, Tendenz zum unteren Rand.

Verfügbare Plattformen: 
PC / Windows
Getestete Plattform: 
PC / Windows
Arbeitsspeicher: 
2048 MB
Hersteller: 
USK Einstufung: 
USK ab 0 freigegeben
Sprache: 
Deutsch
Erschienen am: 
Dienstag, 31. Juli 2012
ab DirectX-Version: 
DirectX 9 (Windows XP)